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Nahezu neun Monate sind vergangen, seit ich diesen kleinen Kosmos hier verriegelt und abgeschlossen habe. Neun Monate, in denen viel passiert ist und die, wie die meisten anderen Neunmonatszyklen auch, von Höhen und Tiefen durchzogen waren. Das liegt wohl in der Natur der Sache.

Losgelöst von allen privaten und politischen Veränderungen ist mir jedoch jüngst eine Kleinigkeit aufgefallen, die mir komischerweise in den letzten Monaten gar nicht so bewusst gewesen ist: Ich habe seit der Einstellung dieses Blogs wesentlich mehr geschrieben, als ich das vermutet, oder gar geplant hätte.

Der Unterschied zu dem Führen eines Blogs war in den letzten Monaten einfach nur, dass ich den ganzen Klumpatsch weiter gefächert und gestreut habe. Meine Festplatte mit eingerechnet, habe ich auf einer Handvoll Plattformen meine infantilen Worte verbreitet und so stellt sich mir – wenn auch spät – die Frage, warum ich dieses offensichtlich nicht abzustellende Bedürnis nicht doch wieder bündeln und konzentrierter platzieren sollte.

Neben der Tatsache, dass man mir wohl die Hände auf den Rücken binden und mir den Mund zukleben müsste, um mich ruhig zu stellen, oder im Aktiv gesprochen, ich mir wieder und wieder vornehmen kann, die Schnauze zu halten, ohne es zu schaffen, ist es in meinen Überlegungen ein nur konsequenter Schritt, das kleine “Häkelstübchen” hier wieder zum Leben zu erwecken. Der größte Vorteil liegt nämlich auf der Hand: Ein Gedanke steht hier im Kontext anderer Gedanken und ist anhand der Historie bereits hier veröffentlichter Worte wesentlich einfacher nachzuvollziehen, bzw. einem Bild zuzuordnen.

Wenn ich verschiedene Gedankengänge auf fünf, nicht miteinander verknüpften Plattformen verteile, können durchaus Zerrbilder entstehen, die meiner Persönlichkeit nicht mehr gerecht werden. Aufgefallen ist mir das kürzlich, als ich auf Facebook einen ziemlich polemischen Text veröffentlicht habe, der ohne Hintergrundwissen eigentlich nur den Schluss zulassen kann, dass ich wohl zum konservativ-liberalen Lager zähle. Ein Gedanke, der mich zwar durchaus belustigt, mir allerdings auch etwas Angst macht, weil ich mich praktisch selbstverschuldet, brav in eine Schublade lege, die mir doch etwas zu unbequem erscheinen möchte. Dem Leser jedoch, kann ich keinen Vorwurf machen, wenn er das Augenzwinkern nicht mitliest, denn er hat nur die Momentaufnahme und keine andere Information.

Neben diesen, hoffentlich nachvollziehbaren Gedanken, gab es kürzlich noch ein weiteres Ereignis, das letztlich wohl den Ausschlag dafür gegeben hat, dass ich meinen “Heimathafen” wieder ansteuern möchte. Ein sehr gemochter Mensch hat mir vor ein paar Tagen seine Blogadresse mitgeteilt, die ich im übrigen künftig auch gerne hier in die Linkliste aufnehmen würde, sobald die Seite wieder steht und ich das Einverständnis eingeholt habe. Beim Lesen der ausgefeilten Sprache und der wunderbaren Gedanken ist mir deutlich aufgefallen, wie sehr ich es genieße, den Autor unverfälscht und in seinem eigenen Kosmos zu erleben, ohne dass da irgendwelche Störfaktoren wären. Dieses “Ich lade dich herzlich ein, dich mit meinen Gedanken zu beschäftigen”, lässt dem Leser jedwede Freiheit, ohne sich dem schlechten Gewissen des Voyeurismus ausgesetzt fühlen zu müssen.

Diese Einladung habe ich nur zu gerne angenommen und sie hat letztlich auch in mir wieder dieses Gefühl geweckt, Menschen völlig unverbindlich einladen zu wollen.

Langsam werde ich also hier ein wenig aufräumen, entstauben und neu lackieren. Das wird ein bisschen dauern, aber immerhin habe ich schonmal angefangen.

Betrachtet euch also als eingeladen,

liebe Grüße,

Ingo

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