Huhu,
so, nun ist er also da, der Tag, der die 12 Monate des Bloggens voll gemacht hat. Ein Experiment, ähnlich derer mit Stayfriends, StudiVZ, Facebook und Konsorten, geht nun zu Ende. Was aber bleibt von dem, was wir gemeinsam hier über ein Jahr hinweg erlebt haben?
Ich denke, wir haben hier, mit einem Nischenprogramm, durchaus gegenseitige Befruchtung erfahren. Wenn ich mich an manche Themen erinnere, so werden mir der gemeinsame Erfahrungsaustausch, die vielen kritischen Worte, die meine zynischen Texte ergänzt haben, absolut in Erinnerung bleiben. Lebensgeschichten, Kommentare, Bereicherungen waren in den Zeilen zu finden, die wenige von euch hier als Notiz angeheftet haben und die mir durch die Bank weg allesamt sehr gut gefallen haben.
Nebenher gab es immer mal das ein oder andere aufmunternde Wort, weiterhin in dem doch nicht gerade gesellschaftstauglichen Stil weiter ein paar “Realsatiren” zu präsentieren und einige derer tauchen nur in der Statistik auf, weil sie selbst nicht geschrieben haben. Ihre Meinung, ihre Unterstützung und ihre Kritik waren jedoch zu jeder Zeit sehr wichtig und wurden von mir dankbar entgegen genommen.
Mein weiterer Plan sieht vor, dass ich die Texte, die mir selbst wichtig sind, noch einmal überarbeite und meine unzähligen Tempus-, Grammatik- und Rechtschreibfehler editiere und schließlich das ganze sortiert – natürlich mit den Kommentaren, die dazu geposted worden sind – in eine Form bringe, die für die jenigen, die sich gerne zurückerinnern wollen dann hier in einer noch nicht durchdachten Form zu finden sein wird.
In jedem Falle aber, möchte ich mich für das gemeinsame Jahr bedanken. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, jederzeit und an jedem Ort einen Gedanken in Worte kleiden zu können, ihn dann hier einzustellen und dabei das Bewusstsein zu haben, dass er gelesen wird. Alles das, was man sonst nur mit sich selbst, dem Partner und höchstens noch engen Freunden ausmacht, wurde hier in den Kosmos gekotzt und fand – mal mehr, mal minder – Anklang, der ohne die Möglichkeiten des Internets nicht möglich gewesen wären.
Sicherlich gibt es auch negative Dinge zu nennen. Gerade bei Texten, die mir besonders wichtig waren, gab es oft keinerlei Reaktion. Dass macht es natürlich recht schwierig, wenn man dann darüber nachdenkt, ob man den Tenor beibehalten, oder doch lieber wieder umschwenken sollte. Diese Form der Unsicherheit ist, egal, wie frei ich mich hier ausgetobt habe, allgegenwärtig und stets präsent gewesen. Zwei oder Drei Beiträge habe ich aus diesem Grund in dem gemeinsamen Jahr nach einer Nacht zurückgezogen, weil ich mir dachte, dass es missverstanden werden könnte.
Dieser inneren Stimme, die zum einen das “freie Schreiben” ermöglichen soll und zum anderen aber an das gebunden ist, was man “dem Leser zumuten kann”, ist wohl der Drahtseilakt, den man hinbekommen muss, wenn man sich der Öffentlichkeit mit vielen Stilmitteln Preis gibt. Es ist eine spannende Erfahrung, die in meinem Falle wirklich gut ausgegangen ist, aber dennoch ist einem die Gefahr stets bewusst, wie leicht es doch ist, über die Stränge zu schlagen.
Für jemanden, der beruflich nichts mit dem Schreiben zu tun hat, blicke ich dennoch wirklich mit einem befriedigenden Gefühl auf das letzte Jahr zurück. Ihr ahnt gar nicht, wie gut das Gefühl ist, etwas völlig Nebensächliches in Worte zu kleiden, wenn man sich gleichsam bewusst ist, dass irgendjemand da draußen es eben nicht als Nebensächlichkeit empfindet, sondern sich über Kleinigkeiten genauso herrlich aufregen kann wie ich. :)
Also, ihr Lieben, ich danke euch für die Treue, für das Feedback und die tollen Kommentare und hoffe sehr, dass wir uns bei dem nächsten Projekt wiedersehen werden. Mir hat dieses Jahr eine Menge Spaß gebracht und wie ich weiß, ging es mir nicht nur alleine so.
Habt Dank und bis die Tage,
liebe Grüße,
Ingo
P.S.: Da ich gestern schon angekündigt habe, dass ich schon ein Video für diesen Tag im Kopf hatte, möchte ich es euch natürlich nicht vorenthalten. Bewusst ist das Video nicht das originale, doch der Weg erinnert mich an ein Lesezeichen, das Sara mal gestaltet hat, der geschriebene Text hilft, das Genuschel zu verstehen und insgesamt denke ich, dass dieses Lied inhaltlich ziemlich viel mit diesem Blog gemein hat.
Viel Spaß damit und ja, es ist – auch wenn es so gar nicht “cool” ist – eines meiner Lieblingslieder von der Top-3-Liste… ;)
1. August 2010 um 00:38
Ich danke auch Dir,lieber Ingo, für diese wunderbare Aktion. Natürlich war ich fast täglich, ja, die Statistik machts möglich:, hier. Mir brennen immer noch viele Themen unter den Nägeln, die Dir sicherlich auch einige Nächte ohne Schlaf bereitet haben. Ich habe viele wunderbare, tiefgehende Texte lesen dürfen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Ich konnte, und da war ich sicherlich nicht der Einzig(st)e, (haha,wie gut) dem es so ging. Bei einigen Deiner Texte muss man einfach laaaaaange überlegen, um etwas dazu beitragen zu können. Aber trotzdem möchte ich auf den letzen schönen Artikel aus dem Spiegel verweisen, der da lautete” Ich bin dann mal off…” Genauso handhabe ich das seit geraumer Zeit: einfach mal weg sein, sich um nichts kümmern müssen….Und das ist jetzt nicht negativ gemeint, lieber Ingo. Denn sich um nichts kümmern müssen, ist in letzter Zeit leider einfach aus der Mode gekommen. Natürlich möchte ich Dich weiterhin lesen, sehen und hören. Und deshalb bin ich demnächst bei Dir. Und zwar in Echtzeit,abwimmeln geht nicht.
So.Fertig…
Es gibt viel zu sagen, wie können es auch lassen.
Liebste Grüße
Änne
4. August 2010 um 08:34
hi, is ein jahr schon wieder rum? machen sie auf jeden fall weiter so! is immer schön hier mal reinzugrinsen um dann in sich reinzugrinsen.
wenn mal kein kommentar zu deinen ergüssen kommt,kann daß ja auch heißen ,daß dieser kommentar kommentarlos abgenickt wird. geht mir jedenfalls manchmal so.
also,mach ne und möge die macht allzeit mit dir sein.
c u
schro
5. August 2010 um 22:11
Dem kann ich mir nur anschliessen.
Möge und Macht!!!
22. August 2010 um 18:02
Tach!
Hab zwar noch nie einen Kommentar hier hinterlassen, aber mir immer meinen Kommentar gedacht.
Ist/War ein Superseite mit vielen Überlegungen, über die sich viele Menschen keinen Kopp machen (oder machen können).
Wenn ich das von dir hier Hinterlassene lese, und ich lese es öfter und immer wieder mal, zeigt es mir doch, dass ich in vielen Dingen einfach nur stolz auf dich sein kann.
Gruss p
23. August 2010 um 17:59
Lieber Ingo,
vielen Dank für die vielen schönen Artikel! Gerade dieses “Auslassen über Nebensächlichkeiten” ist doch das spannende, und dafür ist ein Blog in meinen Augen ein geeignetes Werkzeug. In gedruckten Zeitungen findet man sowas leider selten. Einerseits ist eine Kolumne meistens zu kurz, um ins Detail zu gehen und – gern auch mal aberwitzige – Gedankengänge ausschweifen zu lassen, anderseits ist da immer dieser Druck des Images: Die Kolumne von Autor X ist immer lustig, es geht immer um Sex, um Autos oder was weiß ich. Eigentlich weiß man schon vorher, was einen erwartet und die Freude, genau dieses vorzufinden, ist ddann nur von kurzer Dauer. Genau das ist bei deinem Blog nicht passiert. Und dafür war es konsequent, dass du auf die Anfangs angedachten Kategorien verzichtet hast. Obwohl ich mich auch noch über ein paar Rezepte gefreut hätte ;-).
Mit den Kommentaren ist es so eine Sache. Gerade wenn mich ein Artikel zum Denken anregt, möchte ich natürlich auch innhaltlich darauf eingehen und nicht “Danke Ingo, toller Text, gerne wieder” oder ähnliches schreiben. Und daher ist es leider oft bei dem Wunsch geblieben,” nachher” , “später”, “morgen” oder “nächste Woche” das nachzuholen …
Du kannst auf jeden Fall stolz sein und dich mit deinen Lesern über ein gelungenes Experiment freuen. Ob du weitermachst (was ich mir natürlich wünschen würde) oder auch nicht, sei nicht zu kritisch mit deinen Texten, die du verfasst hast und noch verfassen wirst. Riskiere es ruhig, missverstanden zu werden. Gerade ein Blog gibt ja auch die Möglichkeit, der Nachfrage und Diskussion.
Viele Grüße
Toto
24. September 2010 um 08:26
Moin!
Hm, hab ich das jetzt richtig verstanden? Hier ist erstmal Schluss, also du machst hier das Licht aus?
Das ist echt schade! Aber wohin geht dann die ganze Energie? WoW? ;-)
Oder hast du etwa angefangen, das Buch zu schreiben (das wäre die akzeptabelste Erklärung/Entschuldigung)?
Was ist eigentlich los im Revonnah-System? Alle Notrufe verhallen unbeantwortet in den Weiten des Raums …
Schwindet die Macht? Trinkst du Dunkelbier? Akku leer im Lichtschwert?
Oder hören wir mal wieder die näxten Jahre nichts von dir?
Anyway, lieben Gruß aus Hiltown!
HP