Nach dem langen Winterschlaf und der Inaktivität der letzten Jahre, habe ich langsam Geschmack an den neuen Möglichkeiten des Internets gefunden. Bereits vor über 10 Jahren durfte ich meine ersten Erfahrungen mit diesem – damals recht elitär anmutenden – Medium machen und so war ich es schnell gewohnt, über eMail und ICQ, Portokosten zu sparen. Allerdings habe ich die Weiterentwicklung nach dem Millenium komplett verschlafen und mich derweil auf meinem Handbuch “HTML 4.0″ von Stefan Münz zur Ruhe gebettet.
Die ersten Flashanimationen verursachten mir, ob hoher Ladezeiten aufgrund einer 56k-Internet-Verbindung, Magenschmerzen und ich hätte bis zum heutigen Tage sehr gut ohne diesen – zumeist sinnlosen – Datenbrei leben können. Ebenso habe ich nie so recht verstanden, warum sich Menschen eine Online-Präsenz zulegen, in der sie der Welt berichten, dass sie Eisbein zum Abendbrot hatten, danach das Mutantenstadl im Ersten gesehen und schließlich ungewöhnlich flüssigen Stuhlgang gehabt hätten.
Der mittlerweile überstrapazierte und abgenutze Satz “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!” schien mir übertragbar auf so manches, was sich auf Seiten egomaner und selbstverliebter Besserwisser so finden ließ. Da ich nun per se ein ziemlich arrogantes und rechthaberisches Arschloch sein kann, dachte ich bislang, es sei eine recht unkluge Idee, in diesem Sündensumpf mitmischen zu wollen. Gibt schließlich schon genügend Bits und Bytes, die täglich an der Idiotie der Menschen verzweifeln.
Tja, nun kommt es erstens ja meistens anders, und zweitens als man denkt! So bin nun auch ich endlich in der schönen, neuen Welt angekommen und bringe noch mehr bits und bytes zum quietschen. Der Grund für diesen Sinneswandel ist recht einfach zu nennen: Durch die unzähligen Möglichkeiten meines neuen Telefons beeindruckt, war es nur noch ein kleiner Schritt, diese genannten Möglichkeiten auch nutzen zu wollen. Die Zweifel, ob mein Hirnbrei nicht besser unerbrochen weiter in mir schlummern sollte und ich der Welt ja nicht wirklich etwas zu bieten haben würde, konnte ein lieber Freund mit folgenden Worten gekonnt negieren:
“Bewertest du Kino-Filme nach der “Action”? Geht
es immer darum, dass etwas “spektakuläres” Passiert? Nein, es geht
darum, dass Menschen gezeigt werden, Menschen, die denken, die fühlen,
die sich in (was auch immer für) Situationen wiederfinden und damit
umgehen und / oder diese reflektieren.”
Ich denke, er hat Recht mit seinen Zeilen. Es muss nicht immer selbstauferlegter Perfektionismus sein, keine gerade Linie, kein komplex durchdachtes Konstrukt, das vor Informationen nur so überquillt. Nein, es darf vielleicht auch einfach nur mal ein einfaches und bescheidenes Mitteilungsbedürfnis sein, gepaart mit der Liebe zum Wort und garniert mit einem kleinen Klecks Stolz. ;)
In diesem Sinne,
“Hallo Web 2.0!”
9. September 2009 um 22:48
Hallo Ingo,
bin auf der Suche nach mir selbst (nein nicht philosophisch, nur bei Google ;-) auf dieses Posting gestoßen und möchte dir Mut machen, das Web neu zu entdecken. Es ist wirklich so, das derzeit mal wieder viele Hypes durchs globale Dorf getrieben werden. In drei Jahren wird man schon wieder dann darüber witzeln, wie 2009 der typische Twitter-User so drauf war. Aber es sind spannende Zeiten.
viele Grüße
Stefan Münz
10. September 2009 um 11:07
Wie, was, IT-Promis hier? Nicht zu fassen: Stefan Münz betreibt ‘Egosurfing’. Man lernt nie aus!
Ich teile völlig die Meinung, daß das Internet ein Schmelztiegel von Lebensauffassungen und -philosophien sein sollte. Man lernt neue Betrachtungen kennen, die man eventuell dann für sich selbst adaptieren kann.
Ganz nach dem Motto: Der einzelne Mensch, sein Tun und Treiben in der Weltenkomödie.
Ein schöner Gedanke!
10. September 2009 um 16:31
Hallo, ihr beiden,
ich danke sehr für die Einträge, wobei ich zugeben muss, dass ich auch schon etwas stutzen musste, als ich hier den Namen “Stefan Münz” über dem ersten Kommentar lesen konnte. Danke dir für die Fürsprache und das Mutmachen und für die Bestätigung, dass das “neue Web” tatsächlich funktioniert, wie dein unerwarteter Kommentar in diesem unbekannten Blog ja beweist. Alles Gute für deine weiteren Projekte.
Natürlich bedanke ich mich nicht minder bei dir, mk, doch bist du ja, ob unserer Freundschaft, nicht so unerwartet für mich, wie der Autor eines Buches, das mir vor einer langen Zeit das Tor in das weltweite Netz geöffnet hat. Ich bitte daher mein Staunen und mein Grinsen zu entschuldigen. ;)
Alles Liebe euch beiden,
Grüße,
Ingo
8. Juli 2010 um 20:03
[...] fast einem Jahr habe ich mich mit Interesse daran und auf gemacht, die Möglichkeiten des immer größer werdenden [...]